Zeit II

Nach dem auch für mich sehr interessanten Artikel von Lutz, möchte ich aus einem anderen Blickwinkel über Zeit schreiben. Das wollte ich schon länger tun und jetzt passt es ganz gut.

Zeit ist wirklich etwas Faszinierendes. Während unseres Heimaturlaubs habe ich wieder einmal gemerkt, wie unterschiedlich Zeit je nach Kontext sein kann. Wenn man von Gulu nach Kampala fährt, braucht man fünf bis sechs Stunden für ca. 330 Kilometer. Doch weil man letztes Jahr noch sieben oder acht Stunden gefahren ist (die Straße wurde asphaltiert), vergeht die Zeit sehr schnell und wenn man bei der Halbzeit eine Pause macht, sind es „nur“ mehr 2,5 Stunden und man ist eh schon fast da. Wenn man von Wien nach Gmunden – zum Traunstein – fährt, beträgt die Distanz etwa 240 Kilometer, die man in 2,5 bis 3 Stunden schafft. Die uns aber viel länger vorgekommen sind. Warum? Weil die Autobahn eintönig ist? Weil man das Gefühl hat, man müsste doch schon lange dort sein? Weil man mit einer anderen Einstellung ins Auto steigt? Wahrscheinlich ein bisschen was von allem.

Oder wenn man zum Beispiel einkaufen geht. Wie ich es gemacht habe, an einem Sonntag zum Billa am Praterstern (gute Idee, ich weiß 😉 ). Lange Schlangen an der Kassa und die Leute ganz nervös, weil sie jetzt – für ihr Empfinden – ewig warten müssen. Ich war ganz entspannt, war ja doch schon ein paar Mal in Gulu auf der Bank, um unsere Stromrechnung zu zahlen. Und bedenkt man die Anzahl der Menschen, die in den engen Gängen gewartet hat, ist es in Wirklichkeit eh schnell gegangen – zumindest für mich.

Auch immer wieder zum Nachdenken bringt mich die Tatsache, dass wir jetzt schon fast 1,5 Jahre hier sind und wie sich das anfühlt. Auf der einen Seite ist die Zeit schnell vergangen, man verliert nicht den Anschluss, wenn man in Wien Freunde trifft und allzu viel hat sich auch nicht verändert. Auf der anderen Seite haben wir schon so viel erlebt und gesehen, dass es unglaublich scheint, dass es noch nicht einmal 18 Monate waren.

Ich könnte noch so viele andere Beispiele nennen, werde mich aber hier einbremsen. Ich möchte ja nicht zu viel von eurer Zeit stehlen…


TIME II

After Lutz‘ article, which I also found very interesting, I want to write about time from a different perspective. I’ve wanted to do that for a while and now it is quite suitable.

Time really is fascinating. During our holidays at home I realized again how different time can be in varying contexts. If one drives from Gulu to Kampala, it take five to six hours for approx. 330 kilometers. But because last year one had to drive for seven or eight hours (the road has been tarmacked), time goes by quickly and if one takes a break halfway, there are “only” 2.5 hours left and one basically has reached the destination. If one drives from Vienna to Gmunden (to the Traunstein), the distance is about 240 kilometers that one can manage in 2.5 to 3 hours. Which seemed much longer to us. Why? Because the highway is monotonous? Because one feels like one should have arrived a long time ago? Because one enters the car with a different attitude? Probably a little bit of everything.

Or when one goes grocery shopping, for example. Like I did, on a Sunday to Billa at Praterstern (great idea, I know 😉 ). Long lines at the checkout and everyone was really nervous because they had to wait for some time – at least in their opinion. I was relaxed, after all, I’ve been to the bank in Gulu a few times now to pay our electricity bill. And considering the number of people waiting in the narrow aisles, in reality time went by quickly – at least for me.

What also makes me think from time to time is the fact that we’ve been here for almost 1.5 years now and how that feels. On the one hand, time flew, you are still in the loop when you meet friends in Vienna and not much has changed. On the other hand, we already experienced and saw so much that it seems incredible that it hasn’t even been 18 months.

I could go on with many other examples, but I’ll stop here. I don’t want to take too much of your time…

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